Bewegende Momente in Stralsund

von agvr
Besuch beim Stralsunder Oberbürgermeister; Foto: Hansestadt Stralsund/Pressestelle

Besuch beim Stralsunder Oberbürgermeister; Foto: Hansestadt Stralsund/Pressestelle

Bewegend in mehrerlei Hinsicht: Bishnu Chaudharys Besuch initiierte im Vorfeld rege Aktivitäten im Schulzentrum am Sund, die Begegnung mit ihr berührte unsere Herzen und bewegte uns innerlich. Und um alle Highlights in der Kürze der Zeit zu erleben, mussten wir uns tatsächlich ganz schön flott bewegen.

Wir begrüßten am 29.06.2015 das ehemalige Sklavenmädchen Bishnu Chaudhary aus Nepal, gemeinsam mit Nathalie Schwaiger, der Mitautorin des Buches Sklavenkind, als Gäste.
Am Vormittag empfing uns der Stralsunder Oberbürgermeister, Herr Dr.-Ing. Alexander Badrow im Historischen Rathaus der Stadt. Bishnu dankte ihm und den Stralsundern für die Unterstützung des Kamalari-Projektes in den vergangenen Jahren sowie aktuell für die Erdbeben- und Wiederaufbauhilfe. Über diese Begegnung wird hier auf der Website der Stadt Stralsund berichtet.

Bei einer Stippvisite in unserer Stadtbibliothek freute sich Bishnu über unseren Nepal-Tisch und die Sammeldose und dankte auch hier den engagierten Mitarbeiterinnnen.

Unvergesslich wird den Schüler*innen der Klassen 9c, 9d, 10d, 11b, ihren Lehrer*innen, weiteren Interessierten und besonders Engagierten die Begegnung mit Bishnu Chaudhary im Schulzentrum am Sund bleiben. Die Schüler*innen hatten im Deutschunterricht das Buch

Foto: Moritz Werthschulte

Im Schulzentrum am Sund; Foto: Moritz Werthschulte

„Sklavenkind“ von Urmila Chaudhary gelesen und/oder sich im Philosophieunterricht mit dem Thema der Kamalaripraxis in Nepal auseinandergesetzt. Bereits zum Tag der Kinderrechte am 20.11.2014 widmeten sie den Ertrag ihres Kuchenbasars dem Kamalari-Projekt. Nun konnten Sie mit Bishnu eine junge Frau kennenlernen, die durch die Hilfe von Plan aus dem Sklavendasein befreit wurde, die Schule absolvierte, jetzt ein Lehramtstudium in Nepal aufnehmen wird und zeigt, dass unsere Hilfe wirklich ankommt. Die Schüler*innen nutzten die Gelegenheit, um alle Fragen zu stellen, die sie bewegten. Besonders still wurde es bei der Frage nach Bishnus schlimmstem Erlebnis in ihrem Leben. Niemand blieb unberührt, als Bishnu von den Demütigungen erzählte, die sie als Kamalari hinnehmen musste. Für die Kraft, mit der sie ihr bisheriges schweres Leben gemeistert hat, die Klugheit, mit der sie die Hintergründe durchschaut, die Großherzigkeit und Sanftheit, mit der sie ihrem Vater verzeiht und ihr Engagement für die anderen Kamalari-Mädchen in ihrem Land zollten ihr alle Anwesenden Hochachtung.
Bishnu überbrachte Grüße von Urmila, ihrer Freundin, und nahm Briefe der Schüler*innen an sie entgegen. Zu einem Paukenschlag gestaltete sich die Übergabe einer Spende, die Schüler*innen im Vorfeld des Besuches für die Wiederaufbauhilfe in Nepal gesammelt hatten. Überwältigt und sprachlos nahm die Vertreterin unserer Aktionsgruppe 761 Euro in Empfang. Inzwischen haben sich die Worte eingestellt: Wir sind stolz auf Euch!

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