Tag der Menstruationshygiene: Binden dürfen kein Luxus sein!

von wtebbe

Menstruations-Projekt in Uganda.

Pressemitteilung Plan International: „Für Milliarden von Mädchen und Frauen auf der Welt ist die Menstruation Teil ihres Alltags. Trotzdem ist das Thema noch immer stark tabuisiert und schließt sie aus vielen Bereichen des Lebens aus. Eine neue Studie von Plan International zeigt, wie gravierend die Auswirkungen vor allem für junge Mädchen in Entwicklungsländern sind. In Indien brechen 20 Prozent der Mädchen die Schule ab, sobald sie ihre Periode haben. In Malawi verpassen 70 Prozent von ihnen jeden Monat bis zu drei Tage Unterricht, weil es an den Schulen keine Möglichkeit gibt, sich zu waschen, die Binde zu wechseln oder sie sich keine Hygieneartikel leisten können. Aufgrund der Fehlzeiten müssen viele von ihnen die Schule verlassen.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Mädchen sich für ihre Periode nicht mehr schämen müssen und die nötigen Voraussetzungen schaffen, damit sie weiterhin zur Schule gehen können.“ Dazu gehören zum Beispiel der Bau von getrennten Toiletten und Waschmöglichkeiten sowie das Verteilen von Hygieneartikeln. In gesundheitlichen Schulungen lernen die Mädchen – und auch die Jungen – wie der weibliche Zyklus funktioniert und wie sie sich vor Infektionen schützen können. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern hat Plan in Uganda zudem ein Projekt
initiiert, bei dem Mädchen auswaschbare Binden selbst herstellen können. In dem ostafrikanischen Land kostet ein Paket Monatsbinden im Schnitt zwei US Dollar – das ist mehr, als die meisten Menschen dort am Tag verdienen.

Die weibliche Menstruation ist in vielen Kulturen negativ behaftet und wird oft von Schweigen, Ausgrenzung und Scham begleitet. In Nepal beispielsweise werden Frauen, die ihre Periode haben, aus dem Haus verbannt und dürfen in dieser Zeit keine anderen Menschen und kein Wasser berühren. Zwar ist dieser Brauch seit einigen Jahren offiziell verboten, in Teilen des Landes wird er jedoch noch immer praktiziert. In vielen Ländern können Mädchen mit niemandem über ihre Periode sprechen, weil sie sich zu sehr schämen. Dieses Schweigen hat meist eine große Unwissenheit zur Folge. Fast die Hälfte aller Mädchen im Iran glaubt, dass Menstruation eine Krankheit ist. Und in Malawi wussten acht von zehn Mädchen bei ihrer ersten Periode nicht, was mit ihrem Körper passiert. 

Viele Mädchen, vor allem in einkommensschwachen Ländern oder in Krisen- und Konfliktregionen, behelfen sich während der Menstruation mit alten Lappen, Blättern oder anderen Notlösungen. Das Risiko von Infektionen ist dadurch sehr hoch, besonders in Gebieten, in denen es kein sauberes Wasser gibt.

Das Tabu ist nicht nur in Entwicklungsländern verbreitet – auch in Europa ist die Monatsblutung häufig mit peinlichem Schweigen und Scham verbunden. Der 28. Mai wurde deshalb zum „Internationalen Tag der Menstruationshygiene“ erklärt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. [..] Auch weil Tampons und Binden in vielen Ländern so hoch
besteuert werden wie Luxusartikel.“ 

Auch in Deutschland gilt für Artikel der Menstruationshygiene nicht der ermäßigte Steuersatz von 7 %, wie für die meisten Artikel des Grundbedarfs, sondern der reguläre Steuersatz von 19%. Gegen diese Ungerechtigkeit läuft derzeit eine Petition im deutschen Bundestag, die sie unterzeichnen können, um Hygieneartikel des Grundbedarfs endlich also solche anzuerkennen!

Auch das AG-Projekt Ghana – Sauberes Wasser für Schulen und Gemeinden adressiert die Problematik von Toiletten und Waschgelegenheiten für Schülerinnen. 

Hier die gesamte Pressemitteilung „Menstruation nimmt Mädchen die Chance auf Bildung“ und die Studie „Break the barriers: Girls experience of menstruation in the UK“ als PDF herunterladen. 

 

Interessant? Weitersagen:
2 Kommentare zu “Tag der Menstruationshygiene: Binden dürfen kein Luxus sein!”
    Kira Neff sagt:

    Sehr geehrtes Plan Team,
    ich bin bereits Pate seit 2016 und schätze Eure Arbeit sehr.
    Ich bin selbst Sozialarbeiterin in der Jugendhilfe.
    Ich halte sehr viel davon, dass ihr die Möglichkeit gebt eure Beiträge in den sozialen Netzwerken zu verbreiten.
    Leider geht dies aber oft auf Instagram noch nicht zum Teilen. Vielleicht lässt sich dahingehend etwas neu installieren. Dass man zukünftig auch solche Artikel auf Instagram „weitersagen“ kann.

    wtebbe sagt:

    Liebe Frau Neff,
    vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Interesse an der Arbeit von Plan International! In der Tat haben die Aktionsgruppen von Plan International Deutschland (noch) gar keinen Instragram Account. Plan International und Plan International Deutschland finden sie unter:
    https://www.instagram.com/planinternational/?hl=en
    https://www.instagram.com/planinternationaldeutschland/?hl=en
    Ihre Anregungen bezüglich dem „weitersagen“ von Artikel gebe ich gerne weiter, so dass Sie auch dazu beitragen können, die nötige mediale Aufmerksamkeit zu schaffen.
    Beste Grüße,
    Wiebke Tebbe

Schreibe einen Kommentar