Lieferkettengesetz: Plan-Jugendbeirat appelliert an Bundesregierung

von msussner

Kinderarbeit ist weit verbreitet in der Tabakindustrie. Nach aktuellen Schätzungen arbeiten derzeit weltweit 1,3 Millionen Minderjährige für die Tabakindustrie. ©Plan International/Eldson Chagara

Es ist schon wieder über ein Jahr her, seit drei Jugendliche aus dem Plan-Jugendbeirat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller in Berlin getroffen haben. Anlässlich des internationalen Tages gegen Kinderarbeit haben sie ihn und die Regierung aufgefordert, für Unternehmen verbindliche Regeln zum Schutz der Kinderrechte zu verabschieden und sich international verstärkt für Armutsbekämpfung und Bildung einzusetzen. Dazu übergaben die Jugendlichen dem Bundesminister über 2.500 unterschriebene Postkarten von Menschen aus ganz Deutschland, die ihre Aktion gegen Kinderarbeit „Education not for sale“, unterstützen. Die Postkarten hatten die Jugendlichen mit Unterstützung der Plan-Aktionsgruppen und engagierten Schulen gesammelt. So haben zum Beispiel die AGs Köln, Berlin, Oldenburg, Bremen, Wilhelmshaven/Friesland sowie Heilbronn und Wuppertal auf Veranstaltungen und in Schulen über die globalen Zusammenhänge von Kinderarbeit aufgeklärt: https://www.plan-aktionsgruppen.de/2018/07/11/46637/ 

Hier geht’s zum Bericht über den Besuch der Jugendlichen in Berlin: https://www.plan-aktionsgruppen.de/2019/06/12/gegen-kinderarbeit/

Ein Jahr später haben die Jugendlichen Bundesentwicklungsminister Müller nun noch einmal an ihre Forderung erinnert: „Wir brauchen verbindliche Regelungen für Unternehmen, damit diese Menschenrechte in ihren Lieferketten besser umsetzen!“

Lieferkettengesetz zum Schutz der Menschenrechte

Um Menschenrechte in globalen Lieferketten zu schützen, wurde 2016 der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Dieser beruht allerdings auf freiwilligen Maßnahmen seitens der Unternehmen und wurde in diesem und im vergangenen Jahr auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Mitte Juli haben Entwicklungsminister Gerd Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil das Ergebnis vorgestellt. Es ist eindeutig: Weit weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen erfüllen ihre Sorgfaltspflichten.

Dieses Ergebnis nahm der Jugendbeirat zum Anlass, um in einem offenen Brief an Angela Merkel ein solidarisches globales Miteinander zu fordern. Darüber hinaus appellierten die Jugendlichen, dem Widerstand der Wirtschaftsverbände nicht nachzugeben und sich für ein Lieferkettengesetz noch in dieser Legislaturperiode stark zu machen. Hier geht es zum offenen Brief des Jugendbeirats an Bundeskanzlerin Angela Merkel:

https://www.plan.de/news/detail/lieferkettengesetz-offener-brief-an-bundeskanzlerin-merkel.html

Globale Lieferketten gehen mit schweren Menschenrechtsverletzungen einher, die Kindern und Jugendlichen weltweit die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft nehmen. Die Corona-Pandemie zeigt, wie anfällig Lieferketten sind, wenn sie nicht nachhaltig ausgestaltet sind: Große Konzerne stornieren Aufträge und entlassen somit die Arbeiter:innen und ihre Familien in den Produktionsländern in die Armut.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Themen Abschaffung von Kinderarbeit und globale Lieferketten:

https://www.plan.de/news/detail/kinderarbeit-beenden-gleichberechtigung-foerdern.html

https://www.plan.de/news/detail/lieferkettengesetz-jugendliche-appellieren-an-bundeskanzlerin.html

Wer sich für ein verbindliches Lieferkettengesetz stark machen will, kann sich an die Bundesregierung wenden, zum Beispiel über das Tool der Initiative Lieferkettengesetz: https://lieferkettengesetz.de/

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